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Marios Weg zum ersten Ultralauf: Viva Las Vegas!

Es ist Montag der Rennwoche: Bei mir ist es gerade fünf Uhr dreißig und ich liege seit vier Uhr wach im Bett. Also Kaffeemaschine an, Laptop auf und die ersten Stunden und Tage gedanklich festhalten. Der Freitag vor dem Abflug war ein Freitag der 13. wie er im Buche steht. Ein kurzfristiger Anruf kündigte große Baumaßnahmen für den kommenden Montag an, familiär gab einen Herzinfarkt und irgendwie war am Nachmittag vor dem Abflug noch nichts geschafft. So musste die letzte Trainingseinheit vor dem Abflug am Abend 21 Uhr erfolgen nachdem der halbe Vorabend mit einer Baumarkt-Odyssee verbracht wurde. Stressfrei sieht anders aus. Am nächsten Morgen ging es kurz nach Sieben in Richtung Flughafen. Wenigstens hier hat alles, dank meiner Familie, geklappt.

Viva Las Vegas

Bei der Ankunft in Vegas  verfiel ich direkt dem Größer-Schneller-Mehr-Wahn der USA. Ein Mustang war eigentlich schon gebucht – eigentlich. Denn mit der Frage ob es denn ein V8 wäre, nahm ich enttäuscht ein: „No Sir, it’s a six banger. For an eight banger you’ll need to upgrade“ entgegen. Mein Zögern wurde sofort identifiziert und noch bevor ich in Deutschland anrufen und um die Genehmigung meiner besseren Hälfte fragen konnte, fuhr ich mit einem knallgelben 600 PS Cabrio-Geschoss vom Hof. Was habe ich da getan? Mittlerweile ist das schlechte Gewissen verflogen, was wohl auch daran liegt, dass dieses Auto nur eines von vielen ähnlichen hier ist. Naja, so oft mach ich das ja nicht. 

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Hier bin ich Mensch, hier darf ich's sein

Auf dem Vegas-Strip, so heißt die allseits bekannte Straße mit all den berühmten Hotels, trifft man erstaunlicher Weise sogar Jogger! Liegt es am Bewegungsdrang oder eher am Sehen und Gesehen werden? Mir wäre es nix – ständig an den Ampeln warten, zwischen den Passanten schlängeln und keinen richtigen Laufrhythmus finden. So genieße ich die bunte Vielfalt an Menschen. Jeder ist hier irgendwie schrill und jedes Hotel ist eine eigene Stadt und Erlebniswelt. Die Leute sind absolut umgänglich. Wer hier nicht ins Gespräch kommt macht irgendwas falsch. Ich habe erst mal dreißig Minuten total unbekümmert mit einem Officer gequatscht. Wobei ich im Nachgang betrachtet nicht weiß, ob der nun echt war. Faszinierend bei all den schrillen Gestalten ist, dass man es hier sein darf ohne komische Blicke zu ernten. Zu viel Gewicht? Egal! 75 Jahre und bunte Haare? Egal! Hier darf man leben, wie es einem gefällt. Wobei das auch an der Anonymität liegen kann, denn ein soziales Leben findet in den USA sehr selten statt. Alles ist meist oberflächlich gehalten. Dies ist vermutlich auch ein Grund, weshalb viele Auswanderer hier scheitern. Aber zum sporteln ist es hier einfach genial.

Unendliche Weiten...Asphalt

Am Nachmittag ging es dann endlich an die erste Laufeinheit zur Gewöhnung an das Klima und um die Beine vom Flug zu lockern. Dreißig lockere Minuten bei 29 Grad und salziger, trockener Luft. Natürlich verleitet das zu einem Lauf ohne Shirt. Hier interessiert es keinen. Jeder darf sein oder machen was er mag und das ist irgendwie gut so. Unerwartet windig ist es aber auch. Und das ziemlich oft. Da kann es schnell passieren, dass man sich einen Sonnenbrand holt, weil einem die Wärme nicht so schlimm vorkommt. Große Teile von Las Vegas sind vom Ursprung menschengeschaffene Betonlandschaften. Ich persönlich finde das nicht weiter schlimm, da ich ein leidenschaftlicher Asphaltläufer bin. Aber die grünen Stadtteile sind krass. Zum einen ist dieses Grün mindestens genauso lebendig wie der Vegas-Strip, zum anderen zeigt es den verschwenderischen Umgang mit Wasser. Es sind wohltuende Oasen, keine Frage. Ich genieße diese Flecken aber aus den genannten Gründen mit einem lachenden und einem weinenden Auge.

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Eines der Weltwunder: Der Grand Canyon

Heute, bei mir noch Montag, geht es zu einem Flug über den Grand Canyon. Ich bin mal gespannt. Natürlich nehme ich auch meine Laufsachen mit, wann bekomm ich schonmal so eine Gelegenheit? Mittlerweile ist es hier auch schon sechs Uhr und ich muss zum Frühstück. Nicht das ich meinen Canyon-Flug noch verpasse J

 

In diesem Sinne, Viva Las Vegas – Euer Mario

Und im nächsten Blog-Eintrag wieder mit mehr Sport. Versprochen.

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Mehr über: Joggen, Laufen
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Marios Weg zum ersten Ultralauf: Das wird wohl nix

Die läuferischen Dinge klappen eigentlich gut, wäre da nicht die Frage der Gesundheit im Raum. Ja, leider mal wieder, nur diesmal ziemlich schwerwiegend. So richtig ausgelassen hatte ich mich über meine Erkältung Anfang März nicht. War ja auch keine Grippe und die Ausfallzeit mit einer Woche völlig okay. Das eigentliche Problem begann etwa eine Woche danach…

Ein Hund? Nee, Mario

Den Hustenreiz tat ich als etwas verzögertes Abklingen der Erkältung ab, denn die Herzfrequenz und die Laufleistung waren sehr zufriedenstellend. Der Husten kam und ging wie er wollte, nicht wirklich absehbar was der Auslöser dafür war. Einzig die verstörenden und manchmal auch verfluchenden Blicke meiner Kollegen im Büro ließen die abnorme Situation erahnen. Es klingt auf jeden Fall immer so, als würde ein Hund bellen - aber der kann beißen, ich...naja. Als Schlaumeier verschrieb ich mir selbst Gelomyrtol um den Husten zu locker. Leider ohne Erfolg und so beschloss ich nach fast drei Wochen endlich doch mal einen Arzt aufzusuchen. Erste Diagnose: Tracheobronchiales Kollapssyndrom. Aha, und das heißt? Naja, erstmal regelmäßig so ein komisches Inhalator-Teil in den Rachen und schauen ob es besser wird.

jump_A_editedBlog_Inhalatordie_woche_davor_edited

Achtung Doping!

Wurde es aber nicht und der Hustenreiz ist mittlerweile ziemlich schmerzhaft. Komischerweise hat es keinerlei Auswirkungen auf die Herzfrequenz unter Belastung. Also kein Infekt oder ähnliches. Mittlerweile nehme ich ein Asthmaspray, was ein weiteres Problem nach sich zieht: Mit diesem Zeug werde ich positiv auf Doping getestet. Also weder gut für meinen Ultralauf, noch für die anstehende Ironman Europameisterschaft im Juli. Ich weiß nicht so richtig umzugehen mit der Situation, den resultierenden Problemen und der Angst, meinen geliebten Sport auf dem von mir gewohnten Niveau betreiben zu können.

Der Countdown läuft: Vegas Baby

Jetzt sind es nur noch fünf Tage bis zu meinem Abflug und der Frage: Wird es gezwungenermaßen ein Urlaub oder der von mir ersehnte Ultralauf. Ich hoffe auf das Beste und bereite mich auf das Schlimmste vor. Hmm, eigentlich nicht wirklich, denn ohne Sport und Ziel fehlt mir jegliche Motivation Dinge anzupacken…

In diesem Sinne, Inhalator in den Mund und pffft – Euer Mario

Bilder
Links: Nach dem letzten langen Lauf mit 30 Kilometer war noch genug Kraft für einen Sprung
Mitte: Leider notwenidiges Übel Asthma-Spray
Rechts: Alle für den Ultralauf geplanten Materialien wurden getestet

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Marios Weg zum ersten Ultralauf: Beinkleider, Gel und mentale Anker


CalfesMit einem Bürojob und den höheren Laufumfängen der letzten Wochen habe ich ein längst vergessenes Utensil lieben gelernt: Kompressionsstrümpfe! Kling unsexy, ist es auch. Aber derzeit hilft mir nichts mehr die Umfänge und das tägliche arbeiten im Büro besser zu kompensieren. Während einer Laufeinheit kann sicher über die Wirkung gestritten werden aber in den Ruhephasen ist es angenehm den Druck zu spüren. Ob es hilft? In Studien vielleicht fraglich, aber selbst Placebos erzielen bei dem richtigen Glauben einen guten Effekt. Und immerhin reduziere ich von der kompletten Socke auf Beinlinge...

Der Fluch mit dem Gel

Diese Woche war der Laufumfang mit knapp 93 Kilometern zwar nicht übermäßig hoch, aber der gesunde Mix aus Tempo und Distanzlänge hinterlassen Spuren. Gut, dass ich begonnen habe die geplante Wettkampfverpflegung zu testen. So konnte ich feststellen, dass das geplante Gel gar nix für mich ist. Das quietsch-süße Gel löste sogar leichte Reflexe in der Magengegend aus, sodass ich hier Einhalt gebieten musste und neu planen werde. Blöd nur, dass ich es während eines 30 Kilometer-Laufes merkte. Ab 15 Kilometer sollte alle fünf Kilometer ein Gel als Test genommen werden. Nach dem ersten Gel war es zwar wieder vorbei, aber erst die Hälfte der Einheit absolviert.

IMG_2286Das Leiden der Julie Moss beim Ironman

Das Resutat war ein quälendes "Finish" der restlichen Strecke, da mein Körper bereits mit mehr Energie rechnete. Mal wieder ein kleiner Tipp: Wenn ihr begonnen habt während der Einheit oder des Wettkampfes euren Körper mit Energie zu versorgen, dürft Ihr das für den restlichen Verlauf nicht wieder unterbrechen. Fällt der Körper erstmal in ein Zuckerloch, lauft Ihr sprichwörtlich gegen eine Wand. Vielleicht kennt der eine oder andere von Euch die berühmte Szene der Julie Moss, die in Führung liegend, 200 Meter vor dem Ziel, zusammenbricht und der vermeintliche Sieg futsch ist. So in etwa fühlt es sich an. Schaut einfach mal bei YouTube unter - Moss, Ironman

Ultralauf, Spendenlauf und mentale Anker

Ein weiteres Etappenziel in dieser Woche war das Umswitchen meines Ultralaufes in einen Spendenlauf für ein Handbike. Da habe ich aber die Stärke der Gemeinschaft und die Hilfsbereitschaft unterschätzt, denn das geplante Spendenziel war bereits nach drei Tagen erreicht. Fantastisch! Zwar habe ich mich beteiligt, aber mein mentaler Anker für den Ultralauf ist somit hinfällig. Ich wollte mich an den Gedanken klammern nicht aufzugeben um für jeden Kilometer einen Beitrag zu leisten. Nun suche ich einen neuen mentalen Anker. Vielleicht hat ja der ein oder andere von Euch einen Tipp für mich?

Ich würde mich freuen. So heißt es erstmal wieder Schuhe zu und los - Euer Mario

Bild oben: Beinkleider in allen Variationen von CEP, Bauerfeind, Compressport
Bild unten: Platt, nach den 30 Kilometern mit dem Energie-Fauxpas

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Marios Weg zum ersten Ultralauf: Mentale Stärke, Infekte und positive Gedanken

Wie im letzten Blog angekündigt gibt es immer wieder Hindernisse und diese Woche ist ein gutes Beispiel dafür. Nach zwei Wochen mit gut 100 Kilometern war der Beginn dieser Woche eher ruhig. Lediglich zwei kurze Läufe zu Wochenbeginn und die liefen fantastisch. Der momentane ruhige Laufbereich ist etwa da, wo zu Saisonbeginn die intensiven, schnellen Läufe waren. Das wäre ein gutes Zeichen, wenn ich nicht bereits die ganze Woche mit einem tiefsitzenden Husten kämpfen müsste...

Intervalle und mentale Stärke

RadAm gestrigen Samstag sollte es dann wieder mit erhöhter Intensität los gehen - Intervalle, sagt der Trainer. Leider bin ich die Art Mensch, die relativ pessimistisch an hohe Anforderungen herangeht. Die geforderte Pace, also die Zeit die pro Kilometer benötigt wird, war weit unter vier Minuten. Für mich ein Brett - ich bin eher der Diesel als der Turbo. Sobald ich diese Anforderungen lese, geht im Kopf meist eine Schranke zu. Das ist mental eine schlechte Voraussetzung um erfolgreich zu sein. An dieser Stelle mein Tipp, den ich vielleicht selber mal annehmen sollte, Kopf frei machen und vom Druck lösen. 

Gesundheit: Im Zweifel lieber Pausieren

Lange Rede kurzer Sinn, da sich der Husten nicht gebessert hatte, beschloss ich lediglich eine härtere Einheit auf dem Rad zu absolvieren. Die sind auch hart, aber der Oberkörper bewegt sich nicht so intensiv und es entsteht weniger Hustenreiz. Die Intervallläufe habe ich dann gelassen und begonnen Hustenlösende Medikamente zu mir zu nehmen. Keine Sorge, im Laufe der Zeit lernt man auf seinen Körper zu hören. Für mich persönlich ist es im ungefährlichen Bereich, da ich an meienr Herzfrequenz gut erkenne, ob Training sinnvoll oder gesundheitsgefährdend ist. Im Zweifel aber lieber aussetzen und auskurieren.

Notwendigkeit erkennen und motiviert nach vorn schauen

IMG_2250Am heutigen Sonntag sollte ein langer und gesteigerter Lauf die kommende intensivere Woche einläuten. Wegen des Hustens und der Medikamente habe ich mich dann doch für eine kleine Pause bis Dienstag entschieden. Dem Kopf gefällt das leider gar nicht so. Zweifel zermardern mich, ob alles im Soll ist und der Ultralauf überhaupt machbar wird. Aber auch hier ein kleiner Tipp: An einem oder zwei Tagen entscheidet sich nicht die Vorbereitung von drei Monaten. Zumindest hoffe ich das und gehe entsprechend motiviert die kommende Woche an.

In diesem Sinne - Füße hoch und nach vorn schauen, Euer Mario

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Marios Weg zum ersten Ultralauf

Hi,
ich bin Mario, 78er Baujahr und ich schreibe hier über die Vorbereitungen und meinen Weg zum ersten Ultramarathon. Genauer gesagt sind es 100 Kilometer. Meine bisher längste Strecke war ein Marathon, zumindest wenn das reine Laufen gemeint ist. Denn eigentlich betreibe ich Triathlon.

Schuld hat der Triathlon

Mario und Andreas Raelert nach einem TriathlonZu meinem ersten Triathlon kam ich fast genauso wie zu meiner Anmeldung für den Ultralauf. Aus einem Affekt heraus hatte ich mich für einen Langdistanztriathlon angemeldet. Die Meisten kennen diese Distanz unter dem Namen Ironman, wobei das nur ein Markenname ist. Also genauso wie adidas oder PowerBar. Zuvor hatte ich mit Triathlon noch gar nix am Hut: ich bin nie mehr als 300 Meter am Stück geschwommen und keine zehn Kilometer Rad gefahren. Die einzige Vorleistung in der Waagschale war ein Marathon. Neun Monate nach der Anmeldung zum Ironman und entsprechender Vorbereitung stand ich an der Startlinie und habe das Ding erfolgreich unter elf Stunden in meine Bücher geschrieben. Daraus ist mittlerweile eine Leidenschaft geworden und ich absolviere jedes Jahr einen Ironman an den schönsten Orten der Welt.

Life sucks – Die Bucketlist

Doch zurück zum Laufen. Mein Coach versucht mir seit Jahren auszureden so etwas wie einen Ultralauf zu machen. Die Regeneration ist zu lang und die Vorbereitung zu lauforientiert, das ist für meine Leidenschaft Triathlon kontraproduktiv. Umstände im Freundeskreis, die zeigen wie schnell das Leben sein kann, haben ihn dazu bewogen mir dieses Vorhaben nicht mehr auszureden. Die Unterstützung meines Trainers hatte ich also schonmal. Passenderweise hatte ich auf Facebook eine Werbung und Videos von den schönsten Ultraläufen der Welt gesehen. Allein eine Reise zu den gezeigten Läufen wäre schon ein Traum. Also warum nicht verbinden?

Welcher soll es sein?

Mein erster Wunsch war der Start beim Antelope Canyon Ultra. Die Idee war leider zu kurzfristig, denn es gab nur noch eine 160 Kilometer Strecke zur Auswahl. Mit nur zwei Monaten Vorbereitung und ohne genug Kilometer sammeln zu können etwas utopisch. Vielleicht klappt es irgendwann und ich stehe dort am Start und laufe durch die atemberaubend schönen Canyons. So aber stieß ich auf den Zion Ultra, der wie der Name schon verrät direkt am Zion Nationalpark stattfindet. Es gibt sicherlich schlechtere Alternativen als diese. Hier gab es noch eine 100 Kilometer-Strecke und es blieb einen Monat mehr Zeit um mich vorzubereiten.

Zeit ist relativ

Aber wie das Leben so spielt, funktioniert nie alles nach Plan und so muss ich die ein oder andere Hürde nehmen um meinem Ziel erfolgreich näher zu kommen. Da sind plötzliche Krankenhausaufenthalte die den Sinn solcher Aktionen in Frage stellen, körperliche Grenzen die ich noch nicht kannte und die Kunst alles mit Job und Familie unter einen Hut zu bekommen. Aber der Reihe nach. Jeder legt für irgendwas einen Grundstein und so möchte ich beim nächsten Mal über den Ausgangszustand schreiben, wichtige Partnerschaften, Material und Erkenntnisse und vielleicht auch schon die ersten Trainingseinheiten.

In diesem Sinne – Schuhe zu und los, Euer Mario

 

Foto: Mario und Andreas Raelert, Bildrechte: vitaweb24, Mario Lisker

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